Bankdiplomatie Thomas Kerscher
21. Juli 2022

Unternehmensfinanzierung in Schieflage – retten, was zu retten ist – Wann sind Schulderlasse möglich?

Wenn die Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr zu tragen sind

Viele Unternehmen und Haushalte sind betroffen: Zuerst die Corona-Krise mit all ihren persönlichen und finanziellen Folgen und jetzt dazu der Ukrainekrieg mit seinen beträchtlichen wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen. Die hohe Inflation, mit verursacht durch enorme Verteuerung von Gas- und weiteren Energiekosten in Folge des Ukraine-Kriegs, als auch die Aussichten auf einen wirtschaftlichen Einbruch bei weiter steigenden Preisen lässt viele Unternehmerinnen und Unternehmer mit großen Sorgen in die nahe Zukunft schauen.

Viele Unternehmen, die bis zum Jahreswechsel noch gute Umsätze verzeichnen konnten, sehen sich schlagartig in der Situation, bald ihrem monatlichen Verpflichtungen nicht mehr voll nachkommen zu können.

Erfahrung aus zwei Jahrzehnten

Nach meiner Erfahrung aus Bankgesprächen, die ich in vielen Fällen für meine Mandantinnen und Mandanten in den letzten beiden Jahrzehnten geführt und begleitet habe, war es fast immer besser, gleich im frühen Stadium das Gespräch mit der Bank zu suchen.

Nach dem Motto ´Der Kunde und die Bank sitzen im selben Boot´ bedeutet ein wirtschaftlicher Zusammenbruch und damit der Ausfall des Kredit- und Darlehensnehmers bei nicht ausreichenden Sicherheiten auch für die Bank einen herben Verlust.

Wann sind Schuldenerlasse möglich?

Schulderlasse waren in den von mir begleiteten Fällen überwiegend dann möglich, wenn wir der kreditgebenden Bank die finanzielle Situation unserer Mandanten klar und umfassend präsentierten als auch die Szenarien aufzeigten, um wieviel größer der abzuschreibende Betrag erst sein kann, wenn nicht frühzeitig gehandelt wird. Die von den Mandanten hinzugezogenen Rechtsanwälte und Steuerberater leisteten dabei gute Unterstützung zur Erreichung der Ziele. In solchen Fällen konnte auch der Schaden für die jeweilige Bank begrenzt werden, bevor es möglicherweise zu einem viel größeren Verlust für das finanzierende Institut durch eine Insolvenz des Unternehmens gekommen wäre.

Handeln Sie früh – bevor es zu spät ist!

Ihr Thomas Kerscher
Bankfachwirt/IHK

 

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